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Fair diskutiert in der "Höhle des Löwen"

2003 war ich als Reporter der Zürichsee-Zeitung dabei, als frühmorgens Hunderte Südschneiser den ersten Südanflug auspfiffen. Vor einigen Tagen durfte ich an der Generalversammlung des Vereins Flugschneise Süd-Nein (VFSN) die Ziele des Komitees Weltoffenes Zürich vorstellen. Dieses setzt sich für eine gute Anbindung der Schweiz an die Welt ein. Nicht alle Positionen des Komitees und des VFSN sind deckungsgleich. Willkommen in der Höhle des Löwen - so hat mich Edi Rosenstein, Präsident und Geschäftsführer des VFSN, denn auch willkommen geheissen. Aber es blieb immer fair in der Zwicky-Halle in Fällanden. Keine Selbstverständlichkeit in diesen Tagen.


Einigkeit bestand beim Thema, dass unser Wohlstand keine Selbstverständlichkeit ist. Kritik setzte es dafür an der Aussage ab, dass der Hub wichtig sei für unseren Wohlstand. Es kann aber nicht genug betont werden: Der Hub in Zürich ist kein Lufthansa-Hub, wie er bezeichnet wurde - es ist ein Drehkreuz, das uns allen in der Schweiz die gute Anbindung an die Welt sichert.


Unser Wohlstand ist nicht gottgegeben: Das weiss auch Thomas Brändle, CEO der Run my Accounts AG und Präsident von Swiss Fintech. Die Digitalisierung stellt viele KMU vor Herausforderungen – punkto Buchhaltung wird ihnen aber das Leben schwer gemacht. Darum hat er eine wichtige Petition an den Bundesrat eingereicht, bei deren Formulierung ich ihn unterstützen durfte. Im Kern geht es darum: Die heutigen Vorgaben in der Geschäftsbücherverordnung (GeBüV) zur digitalen Aufbewahrung von Unterlagen sind für die meisten KMU zu teuer, zu komplex und zu riskant: Um sie umzusetzen, braucht es Massnahmen, die Zehntausende Franken kosten. Die Folge: Viele KMU setzen weiterhin auf Papier – sie verschenken so enorm viel Potenzial und bleiben, was digitale Buchführung betrifft, in den Kinderschuhen stecken. Die Petition fordert: Unterlagen sollen ohne digitale Signatur oder ähnliche Verfahren auf konventionellen Datenträgern aufbewahrt werden können, sofern der Nachweis der Korrektheit des Beleges über die Grundsätze ordnungsmässiger Buchführung nach OR 957ff erbracht werden kann. Über diesen Link geht es zur Petition. Erfreulich ist auch, dass sich die FDP-Nationalräte Beat Walti und Andri Silberschmidt dem Thema angenommen haben und es ins Parlament tragen.


Wohlstand – viele Medienhäuser kennen ihn nur noch vom Hörensagen. Sie verlieren Printabonnenten und Inserate. Qualitätstitel suchen ihr Heil zu Recht in zahlenden digitalen Nutzerinnen und Nutzern. Eine Folge davon ist, dass diese nun so stark im Zentrum stehen wie noch nie – Nutzerzentrierung lautet das Zauberwort. Vorbei sind die Zeiten, in denen Medienschaffende in der Wahl der Themen und Zugänge dem viel zitierten eigenen Bauchgefühl folgten, das nicht selten ans Buffet nach Pressekonferenzen führte. Noch häufiger artete es darin aus, dass die eigene Peer-Gruppe ausgiebig bedient wurde, die breite Öffentlichkeit aber vergessen ging. Nun lässt sich von jedem Beitrag in Echtzeit sehen, wie stark er interessiert, wie viele Registrationen und Abonnemente er auslöst und vieles mehr. Fluch oder Segen? Eindeutig Segen – vorausgesetzt die datengestützte Themen- und Zugangsanalyse findet gezielt, nachvollziehbar und mit einem Schuss kompetenter Willkür statt – denn nach wie vor ist die eigene journalistische Beurteilung relevant. Die Zürcher Oberland Medien AG darf ich seit einigen Monaten im Transformationsprozess hin zu einer digitaleren Ausrichtung der Organisation unterstützen – ein spannendes Projekt. Eine Konsequenz ist, die Ressorts nicht mehr nach geografischen Kriterien zu organisieren, sondern nach dem Tempo der Umsetzung der Geschichten. Statt der Desks Oberland und Uster sind nun bald die Ressorts News/Gemeinden und Themen/Projekte am Start. Viel Erfolg!


Viel Erfolg – und vor allem herzlich willkommen bei rivedia.com. Das gilt für Dr. Thomas O. Koller und Natalie Schürer, meine Frau.


Dr. Thomas O. Koller unterstützt rivedia.com neu projektbezogen als Senior Advisor. Er verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der politischen und strategischen Kommunikation, dem Coaching von Führungskräften und der Gestaltung kommunikativer und politischer Prozesse. Er ist Inhaber und Verwaltungsratspräsident der 1995 von ihm gegründeten vector communications AG, Zürich.


Natalie Schürer ist Mitinhaberin von rivedia.com und bewirtschaftet neu die Administration. Sie arbeitet zudem als Berufsschullehrerin an der Berufsschule Rüti.


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